JAHRESBERICHTE DES 1. VORSITZENDEN

 Mitgliederversammlung 2018

Seit nunmehr 26 Jahren ist S.O.S. '86 - Kinder von Tschernobyl e.V. ein angesehener Verein in Deutschland und der Ukraine. Leider aber hat unser Verein mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie auch ein Großteil anderer Vereine - Sportvereine, Hilfsvereine und sogar Parteien. Es fehlt an Nachwuchs. Die Vereinsmitglieder werden immer älter und die Vereinsfinanzierung durch Mitgliedsbeiträge und Spenden wird immer schwieriger. Seit einigen Jahren haben wir dementsprechend unsere Ausgaben anpassen müssen. Unser Bestreben bei der Finanzplanung ist es schon seither, dass die uns zum Jahresende zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel noch mindestens für ein weiteres Tätigkeitsjahr ausreichen, was wohl auch im Sinne der Finanzbehörden ist. Diese sagen: Vereine sind keine Sparvereine und sollen ihre Finanzmittel zeitnah für den Vereinszweck einsetzen. 

Ich hoffe, dass nach dem Tode von Horst Engelhardt, unserem jahrelangen Hauptsponsor, die Horst und Eva-Engelhardt-Stiftung uns zum Jahresende 2018 wieder zu einer Spendenübergabe einladen kann. Weiterhin habe ich unsere finanzielle Situation mit unserem Ehrenvorsitzenden Harald Christ besprochen. Er hat mir Folgendes geschrieben. Ich zitiere: "Lieber Rolf, es ist wichtig, dass DU/IHR Euch weiter in der Ukraine engagiert, um Brücken zu bauen und an einer besseren Zukunft für die Ukraine mitarbeitet. Das ist zweifelsohne ehrenhaft und verdient auch Respekt und Anerkennung. Die Menschen dort, die ich kennengelernt habe, verdienen auch Unterstützung. Aus Verbundenheit zum Verein mache ich daher gerne im Herbst eine Spende." Weitere Spenden gingen im Berichtsjahr von der Bircomb GmbH ein, bei der unser zweiter Vorsitzender Ralf Bendzko geschäftsführender Gesellschafter ist sowie von der Josef-Hagedorn Stiftung aus Hamburg. Hierfür meinen herzlichen Dank!

Leider haben sich die Lebensbedingungen für den von uns unterstützten Personenkreis in den letzten Jahren nicht wesentlich gebessert und nun steht noch eine Gasverteuerung für die Bevölkerung der Ukraine vor der Tür. Die Erhöhung des Gaspreises ist eine der Bedingungen für die Bereitstellung der nächsten Tranche vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Organisation besteht darauf, dass Kiew den Brennstoffpreis um etwa ein Drittel erhöht, was natürlich dann den Endverbraucher hart treffen wird. Weiterhin ist die Ukraine immer noch nicht erfolgreich bei der Korruptionsbekämpfung. Zurzeit spricht man davon, dass allein durch Zollmanipulationen dem Staatsbudget jährlich Einnahmen in der Höhe von annähernd fünf Milliarden US-DOLLAR entgehen - nicht weniger als zehn Prozent der gesamten Staatseinnahmen der Ukraine. So sollen neben korrupten Zollbeamten auch Grenzschützer, Geheimdienstmitarbeiter und Vertrauensleute in der Justiz im System der Zollvermeidung eingebunden sein.

Seit der letzten Mitgliederversammlung im Jahre 2017 hatten wir einen Hilfstransport mit 50 Krankenhausbetten vom Diakonissenkrankenhaus vermitteln können und diese an eine von Ukrainern in Frankfurt gegründete Hilfsorganisation weitergeleitet. Im Oktober 2017 fand dann die 50. Informationsreise zu unserer Partnerorganisation nach Kiew statt. Ich habe bereits mehrfach darauf hingewiesen, wie wichtig die zweimal jährlich stattfindenden Reisen für unseren Vorstand sind, um den Kontakt zu unserer Partnerorganisation in Kiew, den ukrainischen Behörden, der deutschen Botschaft in Kiew und nicht zuletzt den Personen, die wir betreuen, aufrecht zu erhalten.

Auf Einladung von Rosella Goslant, der Lebensgefährtin von Horst Engelhardt und jetziges Vorstandsmitglied der Horst und Eva-Engelhardt-Stiftung, besuchten Galyna und Stefan Bässler sowie meine Ehefrau und ich am 5. November 2017 als Vertreter unseres Vereines das Konzert der Gruppe Nostalgias de Buenos Aireres in der Kulturkirche Epipanias in Mannheim. Am 15. November 2017 fand im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt die Vorführung des Filmes "HOLODOMOR" statt. Hierzu hatte die Generalkonsulin der Ukraine, Frau Alla Polyova, eingeladen.

Im Januar 2018 feierte unsere ukrainische Partnerorganisation "Landsleute" mit den Kindern aus den Mitgliedsfamilien Weihnachten. Die Kinder erhielten kleine Geschenke, die unser Verein finanzierte.

Im April 2018 fand von der Finanzverwaltung die Überprüfung der Körperschaften statt, die gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dienen. Hierzu musste ich eine Körperschaftsteuererklärung sowie eine Erklärung zu gesonderten Feststellungen von Besteuerungsgrundlagen erstellen, die in Zusammenhang mit der Körperschaftsteuerveranlagung durchzuführen sind. Die Anleitung hierzu von der Finanzverwaltung ist kleingedruckt 12 DIN a 4 Seiten lang und umfasst 105 Hinweispunkte, die zu beachten sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch viele Vereine gibt, die ohne kostspieligen Steuerberater auskommen. Am 22. Mai 2018 erteilte und dann das Finanzamt Worms-Kirchheimbolanden den Freistellungsbescheid für die Jahre 2015 bis 2017 zur Körperschaft- und Gewerbesteuer. Somit sind wir weiterhin berechtigt steuerliche Spendenbescheinigungen auszustellen.

Ende Mai 2018 fand dann die 51. Informationsfahrt nach Kiew statt. Die kleine Reisegruppe besuchte auf Einladung des ukrainischen Fußballverbandes das Champions-League Endspiel im Dynamio Stadion in Kiew. Es fanden während unseres Aufenthaltes zwei Kinderfeste statt - eines in den Räumen unserer Partnerorganisation sowie ein "Sportfest" auf dem Gelände der Kinderinvaliden, die wir betreuen und immer besuchen. Auch wurden wir von dem neuen Bürgermeister des Desniansky-Bezirkes eingeladen, der sich für die langjährige Hilfe unseres Vereines bedankte und eine Dankesurkunde überreichte. Er ist mittlerweile in den letzten fünf Jahren der sechste oder siebte Amtsträger.

Zum ersten Mal fand im Jahre 2018 keine Kinder- und Familienerholungsmaßnahme für Ukrainer in unserer Region statt, da keine Einladungen von Gasteltern vorlagen. Alternativ haben wir aber - wie in den Jahren seit 2012 schon - Erholungsmaßnahmen für schwerbehinderte Kinder sowie deren Betreuer in der Ukraine mit 1.000,00 EUR unterstützt

Wie bereits in früheren Jahresberichten aufgeführt, werden die an unsere Partnerorganisation in Kiew gespendeten Gelder verwendet für:  

  • Medikamente für schwerkranke Kinder und Erwachsene
  • Unterstützung von Dialysepatienten
  • Kindererholungsmaßnahmen in der Ukraine für schwerstbehinderte Kinder (Kinderinvaliden)
  • finanzielle u.a. Unterstützung einer Rehabilitationseinrichtung für Kinder und Jugendliche in Kiew-Desniansky
  • Durchführung von Kinderfesten
  • nach Absprache mit uns Unterstützung bedürftiger Personen
  • Unterstützung unserer ukrainischen Partnerorganisation zur Ausübung ihrer satzungsmäßigen Aufgaben
  • u.a.                                                                        

Zur Kenntnisnahme hier ein Dankschreiben einer Mutter, die bereits einen blinden und schwerstbehinderten Sohn pflegen muss und uns um Hilfe bat, da sie größte Probleme bei einer erneuten Schwangerschaft hatte und einen Arzt nicht bezahlen konnte:  

Lieber und sehr geehrter Herr Konersmann,                                                                                

von ganzem Herzen möchten wir unsere große Dankbarkeit für die materielle Unterstützung unserer  Familie ausdrücken. Wir sind dem Schicksal dankbar, dass wir so wunderbare, verständnisvolle und gutmütige Freunde haben, die in einem schwierigen Moment "eine helfende Hand" geben. Dank Ihnen konnten wir ein gesundes und starkes Baby gebären. Es ist einen Monat zu früh geboren, aber jetzt holt es die Kinder seines Alters ein.  

Gute Taten bleiben nicht unbemerkt. Indem Sie Hilfe leisten, geben Sie unseren Kindern die Möglichkeit zu leben, das Leben zu genießen und danach zu streben, nur gute Taten zu tun. Es sollen Wohltun und Großzügigkeit doppelt zu Ihnen und Ihren Vereinsmitgliedern zurückkehren.

Wir wünschen Gesundheit und alles Gute. Es soll in Ihrem Leben nur alles gut sein. Tiefe Verbeugung von uns für Sie, Ihre Familie und Ihren Hilfsverein.

Hochachtungsvoll 

Familie Korjavyj

Marina, Sascha, Sergej, Diana und Daniil

Kiew, 31. Mai 2018

Das im Jahre 2016 in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland durchgeführte Projekt "Ausbau der Zusammenarbeit der Zivilgesellschaft in den Ländern der östlichen Partnerschaft und Russland" hat doch bei mir einige Fragen aufgeworfen:      

  • Wer verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff "Zivilgesellschaft"?
  • Tragen engagierte Einzelpersonen und freiwillige Vereinigungen - sog. NGO's wie unser Verein (Nichtregierungsorganisationen) - dazu bei, dass ein Staat (zivil" und demokratisch ist?          
  • Wird die Zivilgesellschaft in den Ländern der östlichen Partnerschaft und Russland vom Westen nur als solche anerkannt, wenn sie sich gegen das Regime stellt?                            
  • Ist Zivilgesellschaft nicht doch auch ein Teil des Regimes? Ja, das ist sie!
  • Aber ist nach westlichem Verständnis Zivilgesellschaft nicht gleichbedeutend mit westlich orientierter Opposition?                                                                                                                    

Wir arbeiten seit fast 26 Jahren mit der ukrainischen Zivilgesellschaft zusammen, nicht um politische Ziele zu verfolgen. Unser Einsatz soll Brücken bauen zwischen den Menschen der verschiedenen Zivilgesellschaften. Bei unserer Arbeit geht es nur um Hilfe für Menschen und nicht um Bevormundung. Und so soll es auch weiterhin bleiben, denn unsere Hilfe ist nur ein kleiner Beitrag am Bau eines gemeinsamen europäischen Hauses, aber meines Erachtens immer noch sehr wichtig für die Menschen in der Ukraine. Aus diesem Grunde bitte ich Sie, unseren Verein weiterhin zu unterstützen.

Zum Ende meiner Ausführungen möchte ich mich noch bei allen bedanken, die unseren Verein unterstützen und Ihnen noch die amtierenden Vorstandsmitglieder vorstellen, ohne die es nicht möglich gewesen wäre, unseren Verein am Leben zu erhalten:  

  • Zweiter Vorsitzender       Ralf Bendzko
  • Schriftführer                  Stefan Bässler
  • Kassenwart                    Jürgen Pietsch
  • Beisitzer                         Kay Beiersdörfer, Alfred Hollstein, Klaus Horn und Wolfgang Simon
  • Kassenprüfer                  Anna Maria Hollstein und Horst Schneider                                                                                                          

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Rolf Konersmann

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  

 

Mitgliederversammlung 2016

 Das Jahr 2015 war das 23. Tätigkeitsjahr unseres gemeinnützigen Vereines. Leider hielt uns in diesem Jahr auch wieder die unsichere politische Lage in der Ostukraine in Atem. Viele Hilfsorganisationen bedauerten, dass auf Grund der unsicheren politischen Lage in der Ukraine ihre Tätigkeit ganz eingestellt wurde bzw. keinerlei Delegationsreisen in die Ukraine durchgeführt wurden, da die seitherigen offiziellen Ansprechpartner in der Ukraine nicht mehr zuständig waren.

 

SOS `86 – Kinder von Tschernobyl e.V. hat die für 2015 geplanten Maßnahmen durchführen können. Die seit 2012 bestehende Zusammenarbeit mit unserer ukrainischen Partnerorganisation ZEMLYAKI „Landsleute“ konnte auf vertrauensvoller Basis vertieft werden. ZEMLYAKI ist die älteste in Kiew existierende Hilfsorganisation für Familien, die von der Tschernobyl-Katastrophe geschädigt wurden. Gegründet wurde diese Organisation bereits im Jahre 1987. Sie feiert 2017 ihr 30-jähriges Bestehen.

Seit unserer Zusammenarbeit ist auch ein Hilfsprogramm für Kinder aufgenommen worden. So konnten auch im Jahr 2015 zwei Kinder- und Familienerholungsmaßnahmen durchgeführt werden. Die 44. Kinder- und Familienerholungsmaßnahme fand im August 2015 in Deutschland statt. Teilnehmer sind Kinder und mittlerweile dem Kindesalter entwachsene Jugendliche und auch schon Erwachsene, die größtenteils schon seit Jahren in „ihrer“ deutschen Gastfamilie beherbergt werden.

Für vier schwerstbehinderte Kinder in Begleitung ihrer Mütter fand mit unserer finanziellen Unterstützung ein 14-tägiger Erholungsurlaub in einem Sanatorium am Schwarzen Meer statt.

 

Im Laufe der Jahre haben wir 78 Hilfsgütertransporte in die Ukraine geschickt. Medizinisches Gerät, Krankenhauszubehör, Krankenbetten, Lebensmittel, Medikamente u.v.m. haben wir auf die entlegensten Dörfer bis hin zum Schwarzen Meer verteilt. Mittlerweile erachtet es der Vereinsvorstand als sinnvoller, gezielt Hilfsprojekte in der Ukraine zu unterstützen. Die an unsere Partnerorganisation übergebenen Geldspenden wurden im Jahr 2015 verwendet für:

  • Medikamente für schwerkranke Kinder und Erwachsene;
  • Unterstützung von Dialysepatienten;
  • Kindererholungsmaßnahmen in der Ukraine für schwerkranke Kinder und deren Betreuer;
  • finanzielle Unterstützung einer Rehabilitationseinrichtung für schwerbehinderte Kinder und Jugendliche in Kiew-Desnianski;
  • finanzielle Unterstützung unserer Partnerorganisation ZEMLYAKI;
  • Durchführung von Kinderfesten;
  • u.v.m.

 

Die ordnungsgemäße Verwendung der an die Partnerorganisation gespendeten Finanzmittel wird mindestens zwei Mal im Jahr von einem unserer Vorstandsmitglieder vor Ort in Kiew überprüft. Hierzu werden alle Kostenbelege vorgelegt und auf Plausibilität im Beisein einer Dolmetscherin geprüft.

 

Mindestens zwei Mal im Jahr (im Juni und Oktober) halten sich Vorstandsmitglieder unseres Vereines für ca. eine Woche anlässlich unserer Informationsfahrten bei unserer Partnerorganisation auf. In 2015 fanden die 46. Und 47. Informationsfahrt nach Kiew statt. Leider ist die Teilnehmergruppe zur Zeit nicht sehr groß. Ich hoffe aber, dass sich das künftig wieder ändern wird.

Höhepunkt der 47. Informationsfahrt war eine Einladung in das Rathaus der Hauptstadt der Ukraine, verbunden mit einer Führung durch das Haus. Dort konnten sich die deutschen Gäste die Fortschritte der Renovierungsarbeiten in dem riesigen Gebäude anschauen, das während der Unruhen auf dem Maidan im Jahre 2013 im Innenbereich stark verwüstet wurde. Weiterhin zeigte man der Besuchergruppe mit Stolz den neu fertiggestellten Ratssaal für die 120 städtischen Abgeordneten, welcher mit einer neuen elektronischen Anlage für Abstimmungen bestückt wurde. Künftig kann eine Abstimmung nur noch nach Legitimierung durch einen Fingerscanner durchgeführt werden. Vitali Klitschko, ehemaliger Weltmeister im Schwergewichtsboxen und nunmehr Oberbürgermeister der Stadt Kiew bedankte sich mit einer Ehrenurkunde der Staatsverwaltung der Stadt Kiew beim Vorsitzenden des Eicher Hilfsvereines. Die deutsche Übersetzung der Urkunde lieferte er gleich mit:

„Sehr geehrter Herr Rolf Konersmann! Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre vieljährige, wohltätige Hilfe, die Sie den durch Folgen der Tschernobylkatastrophe Betroffenen leisten. Ihre Menschlichkeit, Professionalität und das Streben, das Leben ukrainischer Menschen zu verbessern, verdienen alle Achtung.

Beste Wünsche für Ihre weitere Tätigkeit, Verwirklichung aller guten Vorhaben!

Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko.“

 

Am 6. November 2015 fand in der Katharinenkirche in Oppenheim eine Benefizgala zugunsten unseres Vereines statt. Die Vorbereitungen zu diesem Event haben ein Jahr in Anspruch genommen. Das „Beethoven Duo“, eines der bedeutendsten Duos der gegenwärtigen klassischen Musik - zwei ehemalige sowjetische Wunderkinder – hatten das Programm zusammengestellt und präsentierten Musik auf Weltniveau. Es war ein stilvoller Abend in der Katharinenkirche.

 

Im November 2015 habe ich Kontakt zum Auswärtigen Amt in Berlin aufgenommen und mich interessiert für das Programm „Ausbau der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland“.

Hierzu habe ich eine Projektskizze zur Einschätzung der Erfolgsaussichten eines Förderantrages aus Mitteln für den Ausbau der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland erstellt. Es soll ein zweigeteiltes Projekt werden:

  • Gründung eines „Deutschen Zentrums“ im Bezirk Kiew-Desnianski als Mittelpunkt unserer Arbeit in der Ukraine. Es soll Anlaufstelle für Ukrainer sein,
  • die Kontakte zu Deutschen bereits unterhalten bzw. künftig unterhalten möchten. Deutschunterricht für Kinder und Jugendliche soll kostenlos angeboten werden.
  • Dialogveranstaltungsreihe mit Studenten und Professoren der Taras-Schewtschenko-Universität in Kiew. In diesem Jahr sind vier Veranstaltungen geplant. Als Referent konnte ich Harald Christ gewinnen.

Mit Datum 15. Juni 2016 erhielt ich die Nachricht vom Auswärtigen Amt, dass unser eingereichtes Projekt mit positivem Votum an das Bundesverwaltungsamt zur Bescheidung weitergeleitet wurde.

 

Leider gab es im Jahr 2015 auch viele traurige Begebenheiten, so mussten wir uns von Julia Bagmut trennen, einer jungen 32-jährigen Mutter von zwei kleinen Kindern, die als Achtjährige bei einer unserer ersten Kindererholungsmaßnahmen nach Flörsheim-Dalsheim zu den Eheleuten Collet kam und bis ihrem Tode wie ein Familienmitglied aufgenommen wurde.

Weiterhin verstarb die fünfjährige Yelysaveta Skoryk im Klinikum in Dortmund, der wir seit zwei Jahren versucht haben zu helfen.

Auch mussten wir uns von unserem Vorstandsmitglied Andreas Schneider trennen, der im 47. Lebensjahr an Krebs verstarb sowie auch von unserem langjährigen Mitglied Eckhard Bühler.

Am 2. Februar 2016 verstarb nach schwerer Krankheit unser langjähriger Mäzen Horst Engelhardt im Alter von 91 Jahren. Horst Engelhardt hatte immer ein offenes Ohr für die Wünsche unseres Vereines. Seine jährlichen Spenden ermöglichten es, Hilfe in diesem Umfange in die Ukraine zu bringen. Wir werden diesen wunderbaren Menschen immer in Erinnerung halten.

 

Im April 2016 jährte sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 30. Mal. Ich habe an den Gedenkfeierlichkeiten in der Ukraine teilgenommen. In Zusammenarbeit mit dem Hamburger Hilfsverein „Tour der Leiden“ konnten wir die Feuerwehr der Stadt Kiew mit einigen neuen Einsatzuniformen sowie über 100 gebrauchten Ausgehuniformen der Feuerwehr Worms ausstatten. Ich habe die Wormser Uniformen dem Vorsitzenden des Hamburger Hilfsvereines Oliver Erhardt nach Hamburg gebracht, von dort hat er diese dann weiter nach Kiew transportiert. Vielen Dank Oliver Erhardt und Karsten Kaukel!

Unser Verein hatte anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten einen Schülerwettbewerb „Rettet unseren Planeten“ unterstützt. Die Ausstellung der von den Schülern erstellten Bilder fand im Bezirksrathaus statt. Ich hatte die Ehre, die Gewinner mit Urkunden und kleinen Preisen beglückwünschen zu dürfen.

 

Die 48. Informationsfahrt nach Kiew fand vom 3. – 11. Juni 2016 statt. In dieser Zeit haben wir zwei Kinderfeste für Kinder durchgeführt, die schon Invaliden sind.

Auch wurden Gespräche mit Professoren der Universität und dem Vorstand unserer Partnerorganisation zur Vorbereitung unseres Projektes mit dem Auswärtigen Amt geführt.

 

Am 1. Juli werde ich zu einer Besprechung wegen der geplanten Zusammenarbeit der Kiewer Taras-Schewtschenko-Universität mit der Hochschule Wildau nach Berlin fahren, um Vorgespräche mit dem Rektor der Universität Wildau, Harald Christ sowie einer Abordnung aus Kiew zu führen.

 

Zum Abschluss meines Jahresberichtes möchte ich mich bei meinen Mitstreitern im Vorstand für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten Jahren bedanken, ein weiterer Dank gilt allen, die unsere Arbeit unterstützt haben sowie unseren Mitgliedern.

 

Das war in Kurzfassung mein Jahresbericht. Ich wünsche der Mitgliederversammlung einen guten Verlauf.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

 Rolf Konersmann