SOS `86 Kinder von Tschernobyl e.V.

Informationsreisen in die Ukraine

47. Informationsreise vom 02.10. bis 10.10.2015

Vitali Klitschko bedankt sich für die langjährige Hilfe aus Eich

Die 47. Informationsreise des Vereines SOS `86 - Kinder von Tschernobyl e.V. fand in der Zeit vom 2. bis 10. Oktober 2015 statt.

Während dieser Zeit richtete der Verein u.a. ein Spielfest für Kinder der von der Atomkatastrophe betroffenen Familien aus, folgte der Einladung zum Herbstfest des von ihm seit Jahren unterstützten Rehabilitationszentrums für 25 schwerbehinderte Kinder und besuchte die ukrainische Partnerorganisation in Kiew.

Höhepunkt der Reise war in diesem Herbst eine Einladung in das Rathaus der Hauptstadt der Ukraine, verbunden mit einer Führung durch das Haus. Dort konnten sich die deutschen Gäste die Fortschritte der Renovierungsarbeiten in dem riesigen Gebäude anschauen, das während der Unruhen auf dem Maidan vor zwei Jahren im Innenbereich stark verwüstet wurde. Weiterhin zeigte man der Besuchergruppe mit Stolz den neu fertiggestellten Ratssaal für die 120 städtischen Abgeordneten, welcher mit einer neuen elektronischen Anlage für Abstimmungen bestückt wurde. Künftig kann jeder Abgeordnete nur noch abstimmen, wenn er sich mit einem Fingerscanner legitimiert hat. So kann es nicht mehr zu Mehrfachstimmenabgaben einer Person kommen.

Der Bürgermeister Kiews und ehemalige Weltmeister im Schwergewichtsboxen, Vitali Klitschko, bedankte sich mit einer Ehrenurkunde der Staatsverwaltung der Stadt Kiew beim Vorsitzenden des Eicher Hilfsvereines Rolf Konersmann.

Die deutsche Übersetzung lieferte er gleich mit:

"Sehr geehrter Herr Rolf Konersmann!

Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre vieljährige, wohltätige Hilfe, die Sie den durch Folgen der Tschernobylkatastrophe Betroffenen leisten. Ihre Menschlichkeit, Professionalität und das Streben, das Leben ukrainischer Menschen zu verbessern, verdienen alle Achtung.

Beste Wünsche für Ihre weitere Tätigkeit, Verwirklichung aller guten Vorhaben!

Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko."

 

46. Informationsreise - Mai 2015

Im Mai 2015 fand die 46. Informationsreise des Vereines SOS '86 - Kinder von Tschernobyl e.V. in die Ukraine statt.

Die kleine Reisegruppe startete vom Flughafen Frankfurt/Main mit der Air Ukraina zum Flughafen Kiew-Borispol, wo sie vom Vorstand der ukrainischen Partnerorganisation freudig empfangen wurde.

Seit dem Jahre 1992 bringt SOS '86 - Kinder von Tschernobyl e.V. humanitäre Hilfe in die Ukraine. Wurden zunächst nur Erholungsaßnahmen für Kinder aus den Familien der Tschernobylopfer in Deutschland durchgeführt, schlossen sich alsbald auch Hilfsgütertransporte und jährlich zwei Informationsfahrten nach Kiew an.

Im Laufe der Jahre können wir auf 78. Hilfsgütertransporte zurückblicken. Mittlerweile erachtet es der Vereinsvorstand als sinnvoller, gezielt Hilfsprojekte in der Ukraine finanziell zu unterstützen.

Im Mai konnte der Verein wiederum einen Betrag von 8.000,00 EUR für Bedürftige zur Verfügung stellen. Die Gelder werden in diesem Jahr verwendet für:

  • Medikamente für schwerkranke Kinder und mittlerweile auch Erwachsene;

  • Unterstützung von Dialysepatienten;

  • Kindererholungsmaßnahmen für schwerkranke Kinder und deren Betreuer in der Ukraine;

  • Unterstützung einer Rehabilitationseinrichtung für schwerbehinderte Kinder und Jugendliche in Kiew-Desniansky;

  • Unterstützung der ukrainischen Partnerorganisation

  • u.v.m.

Die Ukraine, die erst seit 29 Jahren ein selbstständiger Staat ist, trägt heute noch schwer an den Folgen der Reaktorkatastrophe von 1986. Nach Auflösung der Sowjetunion trug sie die alleinige Verantwortung, die Folgen des SuperGAUS zu bewältigen. Hinzu kam der Aufbau eines neuen Staatswesens, Loslösung vom Kommunismus und Hinwendung zur Demokratie.

Schon in den 90er Jahren war die Ukraine in zwei Richtungen gespalten: die Ostukraine wollte eine Annäherung an Russland und die Westukraine an die Europäische Union. Leider haben es die ukrainischen Politiker bis heute nicht geschafft, diese Zerreißprobe so zu lösen, dass alle Ukrainer in Frieden miteinander leben können. Das vom ehemaligen ukrainischen Staatspräsidenten Janukowitsch nicht unterzeichnete Assoziierungsabkommen mit der EU, brachte dann noch das Fass zum überlaufen. Zunächst kam es zu gewalttätigen Demonstrationen auf dem Maidan in Kiew, bei denen Scharfschützen an die hundert Demonstranten gezielt erschossen. In der Folge kam es auch in der Ostukraine zu Demonstrationen, die sich mittlerweile zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet haben. Separatisten in Donezk und Lugansk haben eigene Republiken ausgerufen. Die Situation ist unüberschaubar, da auch Privatarmeen, die von Oligarchen finanziert werden, an den Auseinandersetzungen teilnehmen und ein regelrechter Propagandakrieg, an dem sich die russische und ukrainische Regierung beteiligen, die Menschen zusätzlich stark verunsichern.

Unter diesem Krieg leidet die Bevölkerung sehr stark. Es herrscht in vielen Familien große Verzweiflung, da Männer zwischen 20 und 60 Jahren zum Militärdienst einberufen werden, der ukrainische Staat aber nicht einmal in der Lage ist, seine Soldaten mit Waffen und vernünftigem Material zu versorgen, selbst bei der Verpflegung kommt es zu Engpässen, von der medizinischen Versorgung ganz zu schweigen.

Die Hoffnung der Menschen besteht darin, dass sie weiterhin Hilfe aus dem Ausland erhalten, um überleben zu können und dass ihre Politiker in der Lage sein werden, die Korruption im Lande wirkungsvoll zu bekämpfen, damit die Ukraine endlich, nach nunmehr fast dreißig Jahren staatlicher Selbstständigkeit, sich selbst ernähren kann und international zu einem vertrauenswürdigen Verhandlungspartner wird.

Seit Beginn unserer Vereinstätigkeit haben wir immer wieder gesagt, dass unsere humanitäre Hilfe für Menschen in der Ukraine ein kleiner Beitrag am Bau eines gemeinsamen europäischen Hauses sein soll. Das ist heute noch wichtiger als vor 23 Jahren. Aus diesem Grunde hofft SOS '86 - Kinder von Tschernobyl e.V. , dass sich auch künftig Menschen finden, die helfen, dass unser Verein auch weiterhin am Bau eines gemeinsamen Hauses tätig sein kann.

45. Informationsreise im Oktober 2014

2014-10 Inforeise Nr. 45
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44. Informationsreise vom 14.06. bis 21.06.2014

2014-06 Inforeise Nr. 44
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Pavlo Klimkin, Außenminister der Ukraine, mit den Vorstandsmitgliedern...
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Besuch bei der Partnerorganisation "Landsleute"
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Rückstände des Aufstandes im Zentrum Kiews, Nähe Maidan
Spendenübergabe in einem Kiewer Waisenhaus

"SOS `86 - Kinder von Tschernobyl e.V." überbringt 14.000 Euro Spenden

Vom 14. bis 21. Juni 2014 fand die 44. Informationsreise des Vereines "SOS `86 - Kinder von Tschernobyl e.V." statt.
Die derzeitige schwierige politische Situation in der Ukraine hielt viele Interessenten davon ab, an der Reise teilzunehmen, so dass nur eine kleine Gruppe unter Leitung des Vereinsvorsitzenden Rolf Konersmann die Flugreise antrat.

Reiseziel war der Kiewer Bezirk Trojeschina. Hierhin wurden 14.000 Einwohner der Kraftwerksstadt Pripjat nach der Tschernobyl-Katastrophe im Jahre 1986 evakuiert. Damals war Trojeschina größtenteils noch im Rohbauzustand. Ein Ring aus 36 vierzehnstöckigen Plattenbauten, die sich um Kindergärten, Schulen, Einkaufszentren und mittlerweile Erholungszonen und Parks gruppieren. Eigentlich sollten dort ursprünglich Kiewer einquartiert werden, die seit Jahren auf eine Wohnung warteten - und nun wieder leer ausgingen. So war es verständlich, dass die Pripjat-Umsiedler nicht gerade freundlich in Kiew aufgenommen wurden. Sie konnten so oft zu den Behörden laufen, so viele Eingaben machen, um die von der Regierung versprochene Unterstützung zu erhalten, wie sie wollten - es änderte sich nichts.

In dieser Situation entschlossen sich ein paar Frauen, die erste Selbsthilfeorganisation zu gründen. "Semljaki" sollte den Pripjatern - also den Menschen aus der Region Tschernobyl - helfen, ihre Rechte auf medizinische Versorgung, Sanatoriumsaufenthalte, Zusatzurlaub, Nahrungsmittelbeihilfen, Frührente usw. durchzusetzen.

Semljaki" heißt "Landsleute". Ehrenamtliche Mitarbeiter aus der alten Heimat helfen auch heute noch ihren Vereinsmitgliedern bei Behördengängen und Eingaben und insbesondere bei medizinischen Problemen. Sie versorgen ihre Mitglieder mit Medikamenten und organisieren Erholungsurlaube insbesondere für schwerbehinderte Kinder im eigenen Land. Bei diesen Projekten unterstützt "SOS `86 - Kinder von Tschernobyl e.V." die "Landsleute" finanziell seit nunmehr zwei Jahren.

Nach den Kämpfen in der Hauptstadt Kiew im Frühjahr 2014 ist wieder Ruhe eingetreten und die Bürger bemühen sich, zu einem einigermaßen normalen Leben zurück zu finden.
Die Unruhen haben sich auch negativ auf die seither schon nicht so rosige wirtschaftliche Situation der normalen Einwohner ausgewirkt. So hat die ukrainische Währung in diesem Jahr über 30 % an Wert verloren. Die Lebensmittelpreise sind stark gestiegen, viele Bürger haben ihren Arbeitsplatz verloren und in vielen Bereichen wurden die Löhne gekürzt. Am Straßenverkehr ist deutlich zu ersehen, dass das Geld viel knapper geworden ist. Stand man in den letzten Jahren in der gesamten Stadt Kiew grundsätzlich im Stau, so findet man nun mindestens 30 % weniger Fahrzeuge auf den Straßen und keine Staus mehr.
Unvorstellbar für Westeuropäer ist, dass Menschen ohne soziale Absicherung leben müssen, ohne Krankenkassen und meistenteils ohne Versicherungen.

So krass wie auf dieser Reise haben sich die Gegensätze in der Ukraine noch nicht gezeigt. Einerseits konnte die Reisegruppe die Dankbarkeit von krebskranken Menschen entgegennehmen, die "SOS `86 - Kinder von Tschernobyl e.V." mit ca. 11.500 Euro finanziell unterstützte, um lebensnotwendige Medikamente kaufen zu können - hier insbesondere Medikamente für Chemotherapien und Medikamente zum Aufbau des Immunsystems; und weitere 2.500 Euro konnten an die "Landsleute" übergeben werden zum Kauf von Medikamenten für die von ihnen betreuten schwerkranken Kinder sowie zur Finanzierung von Erholungsmaßnahmen in den Karpaten.

Andererseits konnten die Reiseteilnehmer aber auch erleben, was Korruption in diesem Lande bedeutet. Sie besuchten den prunkvollen Landsitz des ehemaligen Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch. Auch das ist für alle unvorstellbar gewesen, dass der Präsident eines Landes, welches wirtschaftlich am Abgrund steht, sich einen 180 Hektar großen Park mit einem integrierten 18-Loch-Golfplatz   sowie Tennisplätzen leisten kann, ohne dass sich Mahner finden, die dieses publik machen und kritisieren.

"SOS `86 - Kinder von Tschernobyl e.V." bedankt sich auf diesem Wege nochmals bei allen, die die Arbeit des Vereines unterstützen insbesondere bei der Horst und Eva-Engelhardt Stiftung, die "SOS `86"   seit Jahren in die Lage versetzt, bedürftigen Menschen in der Ukraine Hilfe und neuen Lebensmut zu geben.

Der von dem neuen Oberbürgermeister der Stadt Kiew, Dr. Vitali Klitschko, eingesetzte neue Bürgermeister für den Bezirk Trojeschina, ein Held vom Maidan und ehemaliger Boxweltmeister der Amateure im Halbschwergewicht, empfing die Gruppe und hob im Gespräch hervor, dass das Hauptziel der neuen Regierung die Bekämpfung der Korruption sei. Hierzu ist den neuen Politikern viel Erfolg zu wünschen, besonders dass die Ukraine in der Lage ist, verlorenes Vertrauen wieder zurück zu gewinnen.

Mit der Bestellung des neuen Außenministers Pavlo Klimkin hat man einen guten Griff getan, denn er kennt die wichtigen Politiker der EU und hat maßgeblich am Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine mitgewirkt. Pavlo Klimkin war zuletzt Botschafter der Ukraine in Deutschland und hat bei mehreren Zusammenkünften mit Rolf Konersmann den langjährigen Einsatz von "SOS `86 - Kinder von Tschernobyl e.V." für die hilfsbedürftigen Menschen in der Ukraine als keine Selbstverständlichkeit gewürdigt.

Den Abschluss der 44. Informationsreise in die Ukraine bildete ein von "SOS `86" - Kinder von Tschernobyl e.V." gesponsertes Kinderfest sowie ein Grillfest mit den Mitarbeitern der ukrainischen Partnerorganisation "Landsleute", die sich für die aus Deutschland gebrachte Hilfe sehr bedankten und zum Ausdruck brachten, dass ihre Arbeit auch weiterhin der Unterstützung aus Deutschland bedarf.

Die nächste Informationsreise Nr. 45 findet im Oktober 2014 statt. "SOS `86 - Kinder von Tschernobyl e.V." ist gespannt, was sich bis dahin in der Ukraine für die Menschen zum Positiven geändert haben wird.

Rolf Konersmann